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aus: "Der Weg zum Christusbewusstsein"

von Jim Marion (gekürzt von Dagmar Maria Jendricke)

„Das Problem von Jesu Nachname: - entsteht dann, wenn wir versuchen, die Worte des Nizänischen Glaubensbekenntnisses im Licht dieses vertrauten Gebrauchs zu interpretieren: "Ich glaube an den Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn.  ... Das heißt, wir glauben irrtümlicher Weise, dass Jesus- und nur Jesus Gottes Sohn war und dass alle anderen Menschen darum geringer als Jesus sind."...."Die meisten Christen unterliegen diesem theologischen Irrtum, Jesus von Nazareth und nicht Christus sei Gottes eingeborener Sohn gewesen. das gilt auch für mich, und es führte zu großer Verwirrung, als mein Bewusstsein versuchte, das Christus-Bewusstsein zu verwirklichen."

Natürlich ist Christus nicht der Nachname von Jesus, sondern ein Titel, für einen Menschen, der das Christus-Bewusstsein in sich verwirklicht hat „Jeder, der die kausale Stufe erreicht, auf der die Dreifaltigkeit als lebendige kosmologische Realität verstanden wird, an der der Mensch (wie auch die ganze Menschheit und Schöpfung) teilhat, ist ein Christus gleiches Wesen.“.... „Maria war von Moment der Empfängnis an ein Christus gleiches Wesen. Als die Apostel zu Pfingsten endlich durch den Heiligen Geist getauft waren (Apostelgeschichte 2,1-4), waren sie ebenfalls Christus gleiche Wesen. ... „Paulus sagte auch: „ Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Galater 2,20) Weder Paulus noch Teresa sagten, „Jesus“ lebe in ihnen. Sie sagten auch nicht, „Jesus Christus“ lebe in ihnen. Sie sagten, „Christus“ lebe in ihnen. Definitionsgemäß transzendiert Christus jede Identifizierung mit der menschlichen Persönlichkeit, einschließlich der historischen Persönlichkeit des Jesus von Nazareth. Wenn Christen durch die Dunkle Nacht der Seele hindurchgehen und in die erste Stufe der göttlichen Identität, nämlich die kausale Stufe, eintreten, wird alles glasklar.“....
 

Jim Marion erwähnt aus dem Buch "Die Schwelle der Hoffnung überschreiten", von Papst Johannes Paul II eine Textstelle und zitiert in diesem Zusammenhang auch Thich Nat Hanh. "Als man dem aus Vietnam stammenden spirituellen Meister Thich Nat Hanh die oben genannte Textstelle aus dem Buch des Papstes vorlegte, soll er gesagt haben: "Es scheint, dass der Papst die Dreifaltigkeit nicht versteht." Trauriger Weise hat der vietnamesische Meister Recht. ....."  (die gemeinte Textstelle:)  Der Papst fragt, warum Jesus, "..dieser Jude, der in einer unbedeutenden Provinz zum Tode verurteilt wurde", von Christen nicht in die selbe Kategorie wie Sokrates, Buddha und Mohamed eingeordnet wird. Er beantwortet die Frage selbst, indem er sagt:" Christus ist absolut ursprünglich und absolut einzigartig... Er ist der Vermittler zwischen Gott und den Menschen... Christus ist einzigartig!" der Papst spricht zuerst über die historische Persönlichkeit Jesus .... So weit, so gut. Als er dann über die zweite Person der Dreifaltigkeit spricht, den einen und einzigen, ursprünglichen und einzigartigen Vermittler zwischen Gott dem Vater und dem Menschen (und dem Rest der Schöpfung) benutzt er das Wort Christus. Auch kein Problem. Dann aber verbindet er Jesus und Christus miteinander, als sei Christus Jesu Nachname, und vergleicht Jesus Christus mit den historischen Persönlichkeiten Sokrates, Buddha und Mohamed. ..... Die Analyse des Papstes ist bei allem gehörigen Respekt - fehlerhaft. Wenn er die Göttlichkeit von Jesus mit der Menschlichkeit von Sokrates, Buddha und Mohamed vergleicht, dann vergleicht er Äpfel mit Birnen und sieht nicht nur Sokrates, Buddha und Mohamed, sondern auch Jesus selbst auf eine einseitige (wenn auch entgegen gesetzte) Weise. Ich weiß nicht, wie es bei Sokrates war, aber Buddha als auch Mohamed besaßen, wie Jesus, zumindest das Christus-Bewusstsein, auch wenn sie ihm eine andere Bezeichnung gaben. Tatsächlich besaßen sie beide das nicht-duale Bewusstsein, die Stufe über dem Christus-Bewusstsein.

Jim Marion schreibt weiter: „Auch Yogananda befasste sich mit dem Problem von Jesu Nachname, das seiner Auffassung nach ein Problem von „Jesutum“ gegen Christentum ist. Er schrieb: Ich bin froh, dass das Christentum nicht „Jesutum“ heißt, denn Christentum ist ein viel weiter gefasster Begriff. Es gibt einen Unterschied in der Bedeutung von Jesus und Christus. Jesus ist der Name für einen kleinen menschlichen Körper (für die Persönlichkeit), in dem das unermessliche Christus-Bewusstsein geboren wurde. Obgleich das Christus-Bewusstsein sich im Körper Jesu manifestierte, kann es nicht auf eine menschliche Form beschränkt werden. Zu sagen, dass das allgegenwärtige Christus-Bewusstsein durch den Körper eines einzelnen Menschen umschrieben sei, wäre ein metaphysischer Irrtum. ...

Wenn wir sagen, Jesus sei der Messias der Juden gewesen, kennzeichnet ihn das als einzigartig. Es ist jedoch das Christus-Bewusstsein, das der Messias, der Befreier und Erlöser von all unseren Sünden ist (Johannes 2,2), und nicht Jesus als eine menschliche Persönlichkeit oder gar individuelle Seele."

...."Christen, die auf der Suche nach Gott waren, haben durch die Überbetonung von Jesu Göttlichkeit im Laufe der Jahrhunderte einen immens großen praktischen Schaden erlitten. Unzählige Christen haben den spirituellen Weg nicht gewählt, weil sie entweder dachten, dass der Weg unmöglich sei, indem sie sich selbst als nur menschlich und Jesus als nur göttlich betrachteten. Diese Denkweise hat zu einer tiefen Kluft zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen und zwischen Jesus und dem "normalen" Christen geführt."

Auch Jim Marion weiß, dass Menschen, die das Christus-Bewusstsein verwirklicht haben für ihre Mitmenschen und die Mitwelt einen große Hilfe sind und es anderen erleichtern aus ihrer Negativität und ihrem Mangelbewusstsein hinauszufinden, doch auch er widerlegt die paradoxe Erlösungs-Sichtweise vieler Christen: ..."Es gibt einen weiteren Grund, warum es viele Christen vorziehen, Jesus als nur göttlich zu betrachten und auf seinem Sockel stehen zu lassen,.... Vielen Christen gefällt die Vorstellung, dass Jesus ihnen die gesamte Arbeit der Erlösung schon abgenommen hat ... Sie finden Trost in der Theorie der "stellvertretenden Erlösung", nach der Jesus durch sein Leiden und seinen Tod gleichsam alle unsere Sünden wettgemacht und Gott besänftigt hat"  ...."Jesus kann auch nicht das tun, was unsere Aufgabe ist, und zu unserem Besten würde Gott es auch gar nicht zulassen. Es ist unsere Verantwortung, in unsere eigene Göttlichkeit hineinzuwachsen und jeden Preis zu bezahlen, der in diesem Prozess notwendig ist."

Nicht Jesus, sondern Christus ist Gottes eingeborener Sohn. Es stimmt, dass Jesus von Nazareth wusste, dass er Christus war, das heißt, ihm war klar, dass er das Christus-Bewusstsein (und auch das höhere, nicht duale Bewusstsein des Einsseins mit dem Vater) besaß. Er wusste, dass er als Christus aus aller Ewigkeit direkt von Gott gezeugt war. Er wusste und predigte jedoch, dass dies auch für uns gilt. Jesus zufolge sollten auch wir zu Christus werden, indem wir den Geist Christi annehmen, das heißt, das Gewahrsein, dass auch wir direkt von Gott gezeugt sind. Jesus bezeichnete sich selbst unter anderem auch deshalb als Menschensohn, weil er wollte, dass wir erkennen, dass unsere Realität und Bestimmung der seinen gleich sind."

..."Wir müssen unsere Göttlichkeit erkennen, sie annehmen, Verantwortung für sie übernehmen und sie leben."

..."Jesus hat auch gesagt: "Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größeres vollbringen. (Johannes 14,12)", und dass wir Gott sein sollten, wie Jesus im Vater war und der Vater in ihm (Johannes 17,21)    

gekürzt von Dagmar Maria Jendricke                                                                                  
 
      
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